Samstag, 9. Mai 2009

RAPED 2 - Prolog

- Gwen1986: hey du, muss auch mal los
- JimmyPop: keine 5 min?
- Gwen1986: hm… okay :)
- JimmyPop: hättest du nich auch mal bock aufn treffen?
- Gwen1968: ich weiß nciht
- JimmyPop: komm schon
- JimmyPop: wie siehts mit samstag aus?
- Gwen1986: naja…um 9?
- JimmyPop: wo denn?
- Gwen1968: du könntest zu mir kommen und dann könnten wir iwo was essen gehen
- Gwen1968: okay?
- JimmyPop: klingt gut… dann bin ich um 9 bei dir ;)
- JimmyPop: öhm…
- Gwen1968: was denn?
- JimmyPop: joa, würd ja gerne um 9 bei dir sein… wenn ich wüsste, wo „bei dir“ ist^^
- Gwen1968: also wenns daran liegt^^ ich wohne in der […]


Samstagabend, 21:03 Uhr
Jim Gordon suchte zwischen den ganzen Klingelknöpfen nach dem einen Namen. Und er hat ihn gefunden: Stacy.
Nach kurzem Zögern entschied er sich schließlich dazu, auf das kleine Knöpfchen zu drücken.
Ein kurzes Rauschen aus der Gegensprechanlage, dann meldete sich eine süße, weibliche Stimme: „Ja, hallo…?“ Die Stimme klang etwas hektisch.
Gordon wusste nicht so recht, was er sagen sollte, also begann er mit einem leicht verschüchterten „Hi…“ Der genervte Tonfall kam nun zu dem hektischen hinzu: „Wer ist da?“ Verlegen antwortete er: „Hier ist Jim. Jim Gordon.“ Schnell legte sich zumindest der genervte Ton in der Stimme: „Ah, Jim. Entschuldige bitte meinen Tonfall, aber ich bin ein bisschen in Eile… du bist ja schließlich schon hier.“ Ihr Lächeln war förmlich durch die Gegensprechanlage zu erkennen. Jim war in seinen Gedanken versunken. Er hatte sie zwar schon auf einigen Fotos gesehen, aber im echten Leben würde sie bestimmt wesentlich schöner aussehen. Oder, im Zeitalter der Bildbearbeitung, auch schlechter – aber an diese Möglichkeit dachte er nicht, Jim war ihrer Persönlichkeit und ihrem Charme total erlegen.
„Scheiße!“, krächzte es leise aus der Gegensprechanlage, was Jim aus seinen Gedanken riss. „Du willst bestimmt reinkommen, oder? Komm doch rein!“ Ein kleines Kichern war noch zu hören, ehe der Summer betätigt wurde.
Jim strich sich noch kurz durch sein mittellanges, schwarzes Haar und öffnete dann die Tür, um einzutreten. Jim musste kurz stehen bleiben. Vor ihm war eine relativ große Eingangshalle, verziert mit Marmor und jeweils einem etwa 4 mal 2 Meter großen Spiegel links und rechts. Vor ihm waren 5 Stufen, die in das eigentliche Treppenhaus führten. Er ging die Stufen hoch und geradewegs zu auf den Fahrstuhl, der vor ihm war.
Er ging hinein, überlegte kurz, wo das Klingelschild von Gwen platziert war und drückte dann die 3, die oberste Taste. Ein typischer Altbaufahrstuhl, der sich langsam in Bewegung setzte. Kurz überlegte Jim, ob er nicht eher die Treppe hätte nehmen sollen, aber nun war es sowieso zu spät.

Jim wollte an die Tür klopfen, als er bemerkte, dass sie offen stand. Langsam öffnete er sie und trat leise hinein: „Hallo?“
Hineintreten war übertrieben, setzte er doch gerade einmal einen Fuß in die Wohnung, damit er beim neugierigen Hineinsehen nicht aus dem Gleichgewicht geriet. Zuerst blickte er nach links, in einen langen Flur mit Teppichboden und blauen Wänden, erhellt durch das Fenster der Küche, die am Ende des Flures lag. Noch zwei weitere Türen sah er, die aber verschlossen waren. Sein Blick wanderte nach rechts, wo er ein Wohnzimmer sah, das schräg gegenüber von ihm lag und noch weiter rechts eine Art Arbeitszimmer.
Wo ist sie denn jetzt?, fragte er sich. Nun setzte Jim auch seinen zweiten Fuß in die Wohnung, drehte sich leise um und schloss die Tür. Mit einer Drehung brachte er seinen Körper in Richtung Arbeitszimmer zu dem er nun wollte. Als er in das Zimmer trat, knarrten die Dielen unerwartet laut, was ihn kurz innehalten lies. Danach setzte er seinen Gang fort in Richtung Schreibtisch. Das Geräusch kommt ganz klar aus dem Raum da!
Jim drehte sich nach rechts und schlich Richtung Tür. Vorsichtig lauschte er den Geräuschen, die jedoch zu schwach waren, um sie deutlich zu identifizieren. Von seiner Neugier gepackt, ergriff er nun langsam die Türklinke und steigerte den Druck auf sie. Ganz heruntergedrückt, schob er nun die Tür vorsichtig auf. Noch bevor er die Geräusche dem laufenden Fernseher zuordnen konnte, ertönte eine Stimme hinter ihm: „So, so… Jim Gordon schleicht sich also durch fremde Wohnungen…“
Langsam drehte er sich um und erblickte eine wunderschöne, junge Frau. Er spürte, wie sein Kopf immer röter wurde – Nein, erwischt!
Die Frau mit dem noch feuchten, dunkelblonden Haar streckte Jim ihre Hand entgegen: „Ich bin Gwen, aber da bist du bestimmt schon selbst drauf gekommen.“ Dabei lächelte sie Jim so süß an, wie es nur ging. „Schön dich mal endlich persönlich kennen zu lernen.“
Alles, was Jim daraufhin aus seinem Mund bekam, war ein verlegenes: „Ähm, ja… find ich auch…“ Mit einem verlegenen Lächeln versuchte er noch einmal seinen peinlichen Auftritt wenigstens nicht ganz so lächerlich dastehen zu lassen, jedoch verschlimmerte es die Situation nur noch. Aber Gwen hat ihn darauf hin einfach nur angelächelt – mit dem süßesten Lächeln der Welt.
„Also, du… ich trockne nur noch schnell meine Haare und dann können wir los, okay?“
Jim stimmte ihr zu. „Wenn du was trinken willst, bedien dich ruhig. Die Küche ist dort hinten“, fügte sie hinzu, während sie auf den Raum am anderen Ende des Flures deutete.
Mit diesen Worten ging sie aus dem Zimmer.
Nun verhalt dich bloß nicht falsch nachher beim Essen. Hast du überhaupt genügend Geld bei dir? Jim holte sein Portemonnaie aus seiner Tasche und schaute hinein: 215 Euro sollten reichen.
Er ging in den Flur und blieb vor der Eingangstür stehen – der Höflichkeit halber.
Ich kann es immer noch nicht glauben: Ich hatte nie besonders viel Glück in Sachen Beziehungen. Und jetzt gleich so eine! Irgendetwas muss da doch schief laufen… Ich sollte mich wohl freuen, solange es dauert.
Gwen trat in den Flur und Jim dachte nur daran, wie bezaubernd sie aussah mit ihrem dunkelblonden Haar, ihren vollen, aber trotzdem schmalen Lippen und ihrem Körper – alles in allem gab es in diesem Moment nichts Schöneres für Jim. „Hilfst du mir bitte mal, in meinen Mantel zu kommen?“ „Klar doch“, antwortete Jim, dessen Verlegenheit langsam verschwand. Er nahm den Mantel von dem Kleiderständer und hielt ihn Gwen so hin, dass sie ihre zarten Arme nur hineinstecken musste. Sie drehte sich zu Jim um und blickte ihm tief in die Augen:
„Können wir?“

Ein paar Monate später
Gwen Stacy lag in einem Krankenhausbett. Unterkühlt und in nicht allzu guter Verfassung. Sie kam gerade wieder vom MRT-Scan wieder.
Ganz allein in dem Zimmer erinnerte sie sich an ihr erstes Treffen mit Jim – es war schön.
Jim war der netteste Mensch, den man sich vorstellen konnte. Gwen wusste nicht, wieso andere Frauen kein Gefallen an ihm gefunden haben, wie er behauptete.
Sobald sie hier raus war, würde sie ihn anrufen um mit ihm etwas zu unternehmen.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Dr. Petrovic ins Zimmer trat:
„Und, wie geht es ihnen?“ Gwen zögerte bevor sie „Naja, Kopfschmerzen!“ sagte und Dr. Petrovic anlächelte. Als sie ihn so ansah, dachte sie doch darüber nach, dass er eigentlich gut aussieht. Sollte sie etwas mit ihm essen gehen? Nein, das wäre nicht richtig Jim gegenüber.
„Nun ja, ich will nicht lange drum herum reden, also sage ich es ihnen jetzt einfach. Wir haben eine Wucherung auf der MRT in gefunden. Könnte ein Schatten oder sonst etwas sein, es könnte aber auch Gebärmutterhalskrebs sein. Wir werden deshalb einen Abstrich machen, um sicherzugehen, danach werden wir weiter sehen.“
Gebärmutterhalskrebs? Lieber wollte Gwen wissen, warum sie nachts allein im Wald war.
Der Doktor bot an, dass eine Krankenschwester die Abnahme durchführen könnte, was Gwen Stacy dankend annahm.
Die Schwester kam in den Raum und führte die Untersuchung durch, als sie plötzlich auf etwas Seltsames stieß. So seltsam, dass Petrovic doch kommen musste. Mit einem beunruhigten Gesichtsausdruck eilte er aus dem Zimmer.
Gwen war sehr besorgt und wollte auch endlich wissen, was los war, da es anscheinend jedem anderen bekannt war.
Als Dr. Petrovic dann zurückkam, verkündete er die Ursache aller Besorgnis:
„Sie wurden vergewaltigt.“
In diesem Moment verlor Gwen – nicht nur äußerlich – alles, was sie zu einem Mensch machte.
Und der Täter ist immer noch unbekannt und auf freiem Fuß.

R2 Prolog - Teil I abgeschlossen
Fortsetzung folgt...